Lorenz Böllinger

Prof. em. Dr. Böllinger argumentiert aus verfassungsrechtlicher Perspektive für eine Entkriminalisierung des Cannabiskonsums.

Lorenz Böllinger war in den Jahren 1982 bis 2009 Professor für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Bremen und ab 1998 zudem Direktor des Bremer Instituts für Drogenforschung, das dem Institut für Kriminalpolitik angegliedert ist. Er hat Rechtswissenschaften und Psychologie an der Universität Frankfurt am Main studiert.

Seit seiner Emeritierung ist er als Psychologe und Psychoanalytiker in einer psychotherapeutischen Praxis in Bremen tätig. Seine Forschungsschwerpunkte liegen vor allem bei Drogendelikten wie auch Sexual- und Gewaltdelikten. Böllinger ist Sprecher des Schildower Kreises, einem Experten-Netzwerk für die Legalisierung von Drogen. Er kritisiert die Drogenpolitik in Deutschland und argumentiert aus strafrechtlicher und verfassungsrechtlicher Perspektive für eine Entkriminalisierung des Cannabiskonsums. Die vom Gesetzgeber gegen die Legalisierung bestimmter Drogen ins Feld geführten Rechtsgüter „Volksgesundheit“ und „soziales Zusammenleben“ reichen seiner Meinung nach nicht aus, ein striktes Verbot zu begründen.

Wichtige Veröffentlichungen: Die Obsoletheit des Cannabisverbots. Beitrag zur Expertenanhörung. Sitzung Gesundheitsausschuss des Bundestages (2018); Cannabis Wissenschaft – Von der Prohibition zum Recht auf Genuss (1997); Drogenpraxis, Drogenrecht, Drogenpolitik. Leitfaden für Drogenbenutzer, Eltern, Drogenberater, Ärzte und Juristen (1995).


Rainer Thomasius

Prof. Dr. Thomasisus ist Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie in Hamburg. Er verweist auf die negativen Folgen des Cannabiskonsums, insbesondere bei jungen Menschen.

Rainer Thomasius ist ärztlicher Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters (DZSKJ) sowie des Bereichs Suchtstörungen an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Er ist Vorsitzender der gemeinsamen Suchtkommission der kinder- und jugendpsychiatrischen Fachgesellschaft und angegliederter Fachverbände sowie Präsident der Deutschen Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie (DGSucht) und Redakteur der Fachzeitschrift SUCHT (Bern, Hogrefe).

In seiner Forschung beschäftigt sich Thomasius mit Auswirkungen, Therapieformen und Präventionsmöglichkeiten von Drogenabhängigkeiten. Er argumentiert gegen eine Legalisierung von Cannabis, insbesondere für junge Menschen. Hier seien die Gefahren einer Suchtentwicklung mit ungünstigen Folgen auf körperliche, psychische und geistige Gesundheit besonders hoch.

Wichtige Veröffentlichungen: Stellungnahme als Einzelsachverständiger zum Gesetzentwurf des Cannabiskontrollgesetzes der Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Katja Dörner und Maria Klein-Schmeink (2018); „Gesundheitliche Auswirkungen von Cannabismissbrauch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, in: Verantwortungsvoller Umgang mit Cannabis: Medizinische, juristische und psychosoziale Perspektiven. Hg. von G. Duttge et al. (2017); „Alkoholbezogene Störungen in der Adoleszenz: Frühintervention und stationäre Behandlung“, in: PiD-Psychotherapie im Dialog. 18, 2, S.60-64.


Gábor Paál

Der Journalist Gábor Paál leitet die multimediale Redaktion „Wissen aktuell“ im SWR. Paál interessiert die Schnittstelle von Wissenschaft, Kultur und Politik.

Gábor Paál ist Wissenschaftsjournalist und Buchautor. Er studierte in Frankfurt am Main Geographie und Geowissenschaften. Paál ist Redakteur und Moderator beim Südwestrundfunk mit einem Schwerpunkt auf Wissenschaftssendungen. Er betreute die Reihe „1000 Antworten – Frag den Paál“, das SWR2 Archivradio sowie aktuell die SWR2 Radio Akademie. Er leitete die Wissenschaftsredaktion des SWR-Hörfunks und ist seit 2017 Leiter der multimedialen Redaktion “Wissen aktuell” sowie stellvertretender Leiter der Abteilung Wissenschaft und Bildung.

Seine Sendungen beschäftigen sich insbesondere mit den Auswirkungen der Globalisierung und globaler Umweltveränderungen sowie mit Fragen der Wissens- und Mediengesellschaft. Darüber hinaus interessieren ihn als Autor die Berührungspunkte von Wissenschaft, Kultur und Politik.

Paáls Berichte wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Heureka-Preis für Wissenschaftsjournalismus, dem Medienpreis Entwicklungspolitik, dem Medienpreis der Deutschen Geographie und dem UmweltMedienpreis.

Wichtige Veröffentlichungen: Was ist schön? – Ästhetik und Erkenntnis (2003); Lyrik ist Logik – Gedichte aus der Wissenschaft (2008); Wird ein Flugzeug schwerer, wenn ein Vogel in ihm fliegt?: Frag den Paál! Das Beste aus 1000-antworten.de (2012).